4.3.4 Die Wirtschaftsverhandlungen im Juni 1944 

Ein vertrauliches Rundschreiben des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements an die involvierten Ämter schlug in der Beurteilung der praktischen Auswertung des neuen Vertragswerkes einen eher pessimistischen Ton an. Nicht zu Unrecht, wie Kästli meinte. In der Zwischenzeit hatte sich die Lage in Kroatien nämlich erheblich verschlimmert. Der Bürgerkrieg, der mit Titos Auftauchen weitreichende Folgen angenommen hatte, verringerte zusehends die Produktions- und Transportmöglichkeiten. Der deutsche und italienische Druck auf die kroatische Exportwirtschaft wurde gleichzeitig stärker. Trotz dieser erschwerten Bedingungen war dem neuen Vertrag grösserer Erfolg beschieden als dem Ersten. Dies hing laut Kästli zum einen von der flexiblen Anpassung des neuen Abkommens an die damals besser bekannten realen Möglichkeiten ab, vor allem hinsichtlich der Zahlungsweise. Zum anderen von der Bereitschaft der zuständigen kroatischen Regierungsstellen, den Wirtschaftskampf gegenüber Deutschland und Italien zu Gunsten des schweizerischen Geschäfts zu führen.[1]

Im Laufe des Sommers 1943 schied Italien infolge des Zusammenbruchs des Regimes als Transitland aus. Die Frachtstelle Südost in Berlin erteilte aber keine Transportbewilligung über deutsches Gebiet. Diese beiden Umstände drohten den Export kroatischer Waren nach der Schweiz praktisch zu unterbrechen. Die schweizerischen hochwertigen Ausfuhrgüter konnten, im Gegensatz zu den raumbeanspruchenden kroatischen, über den Sammelwagenverkehr und über den Postversand Kroatien immer noch erreichen. Der Warenaustausch und der damit verbundene Zahlungsverkehr wurden dadurch in erheblichem Umfang gestört. Die Schweiz räumte sich daher das Recht ein, von der kroatischen Staatsbank zusätzliche Sicherstellungen der schweizerischen Gegenwerte zu verlangen. Dazu gehörte in erster Linie, dass die notwendigen Beträge beim ersten Abruf der schweizerischen Verrechnungsstelle durch die kroatische Staatsbank auf das Warenkonto eingezahlt werden sollten. Es bedurfte vieler Überzeugungs- und Aufklärungsarbeit um dem schweizerischen Wunsch auf der kroatischen Seite Geltung zu verschaffen. Die Handelsabteilung bestand schliesslich darauf, dass jede kroatische Bestellung vorausbezahlt wurde.[2]

Im Verlauf des Junis 1944 kam es zu weiteren Verhandlungen zwischen der Schweiz und Kroatien. Die beiden Handelsdelegationen kamen zusammen, um über gewisse Erleichterungen zur Durchführung des am 19. März 1943 abgeschlossenen Abkommens zu verhandeln. Im Zentrum der Besprechungen stand die Abänderung des Kunakurses für den Transfer. Die dadurch notwendig gewordenen, teilweisen Änderungen des letzten gemeinsamen Abkommens, wurden in Form eines Briefwechsels vom 15. Juni 1944 zwischen den beiden Delegationschefs, Cabas und Ebrard, vereinbart. Der Briefwechsel hielt fest, dass wegen der stetig fortschreitenden Entwertung der Kunawährung der zu jener Zeit festgehaltene Kurs von 32 Kuna = 1 Schweizerfranken auf 50 Kuna = 1 Schweizerfranken abzuändern sei. Diese materielle Vereinbarung wurde lediglich in dem bereits erwähnten Briefwechsel festgehalten und erforderte weder einen Beschluss des Bundesrates noch wurde sie in irgendeiner Weise veröffentlicht.[3] 

 

4.3.5 Die Zahlungs- und Vermögenssperre gegenüber Kroatien 

In der Sitzung des schweizerischen Bundesrates vom 8. Dezember 1944 wurde darüber beraten, ob im Falle von Kroatien, Ungarn und der Slowakei zum Schutz der schweizerischen Wirtschaftsinteressen eine Zahlungs- und Vermögenssperre erlassen werden sollte, da diese Länder für die Erfüllung der schweizerischen Export- und anderweitigen Forderungen keine genügende Gewähr mehr zu bieten vermochten.[4]

Gegen ein Sperre sprach zum einen, dass der Waren- und Zahlungsverkehr mit den Ländern noch funktionierte und gewisse Einfuhren, angesichts der Abriegelung der Zufuhren aus dem Westen, besonders erwünscht waren. Zum anderen stellten die Finanzforderungen einen weiteren Grund dar. Die Schulden Kroatiens gegenüber der Schweiz beliefen sich auf über 200 Millionen Franken, wobei ein Grossteil aus der Zeit Jugoslawiens stammte.[5]

Die Schweiz untersuchte die Möglichkeit, bei einem Verzicht auf die Sperre die noch vorhandenen Guthaben und Golddepots der Länder abdisponieren zu können. Man befürchtete aber von Seiten der Alliierten den Vorwurf, der Kapitalverschiebung zu Gunsten der Achsenmächte Vorschub zu leisten. Die schweizerische Regierung erwog, sich in diesem Fall darauf zu berufen, dass es sich bei den betreffenden Guthaben und Depots nicht um Fluchtkapitalien, sondern um aus dem normalen Warenverkehr entstandene Anlagen handelte, deren freie Verfügbarkeit zu unterbinden ihr niemand zumuten könne. Man zweifelte aber, mit diesen Argumenten die Alliierten überzeugen zu können. Es wurde daher beschlossen, im Interesse der schweizerischen Politik gegenüber den Alliierten, eine Sperre gegen die drei Länder zu erlassen.[6]

Bezüglich des Zeitpunktes des Inkrafttretens der Blockierung hielt es der Bundesrat für ratsam, die Verfügung vorläufig noch zurückzuhalten und die weitere Entwicklung der Verhältnisse abzuwarten. Hierfür sprach unter anderem die erwartete heftige Reaktion Kroatiens, welches sich in einem Stadium der revolutionären Wirren befand. Man fürchtete sogar um Leib und Leben der schweizerischen Landsleute in Kroatien und der dortigen konsularischen Vertretung. Um jederzeit aktionsbereit zu sein, entschloss man sich, die Sperre grundsätzlich zu beschliessen und den Zeitpunkt der Inkraftsetzung dem Ermessen des Volkswirtschaftsdepartements zu überlassen. Am 20. Dezember 1944 sah das Volkswirtschaftsdepartement den Zeitpunkt gekommen, die Sperre gegenüber Kroatien, Ungarn und der Slowakei in Kraft zu setzen.[7] 

 

4.4 Die schweizerische und kroatische Presse zur Zeit des Zweiten Weltkrieges 

4.4.1 Die kroatische Presse 

In seinen jährlichen Geschäftsberichten und den einzelnen Schreiben an die schweizerischen Stellen in Bern hatte Kästli die Presseerzeugnisse der Schweiz und Kroatiens oft ausführlich thematisiert. Infolgedessen soll in diesem Kapitel die Presse der beiden Länder Gegenstand der Untersuchung werden.

Kästli vermerkt, dass sich schon einige Monate nach der Gründung des Unabhängigen Staates Kroatien vereinzelte unfreundliche Bemerkungen vor allem über die schweizerische Nichtanerkennung des neuen kroatischen Staates in der Presse fanden. Die repräsentativen Organe, das Korrespondenzblatt für Politik, Wirtschaft und Kultur der Regierung „Za Dom“ und die Wochenzeitschrift „Spremnost“ sowie das Tagblatt „Hrvatski Narod“, die meistgelesene Zeitung in Zagreb, beschäftigten sich dann und wann mit tatsächlichen und vermeintlichen Überbordungen der Schweizerpresse, taten es aber meist nicht in herausfordernder Form. In diesem Sinne war auch ein Artikel aus dem erstgenannten Organ verfasst, der sich sehr ausführlich mit der Frage auseinandersetzte, ob das schweizerische Beispiel eines Vielnationalitätenstaates auf den westlichen Balkan übertragen werde könne. Es wurde hervorgehoben, dass die schweizerische Presse sich offenbar zu wenig Rechenschaft über die ungeheuren Schwierigkeiten gebe, die sich einer politischen Ordnung dieses stets wieder heiss umstrittenen Gebietes entgegenstellten.[8]

Des Weiteren wurden vor allem Wirtschaftsnachrichten veröffentlicht, gelegentlich mit einem wenig liebenswürdigen politischen Pferdefuss versehen. Hinsichtlich der politischen Vorgänge in der Schweiz stützte sich der kroatische Pressedienst in der Hauptsache auf deutsche Quellen. In sportlicher Hinsicht schnitt die Schweiz in der kroatischen Presse, was die Aufmerksamkeit anbetraf, gut ab. Auf dem Gebiet der Kultur herrschte vorwiegend Stillschweigen.[9]

Eine Ausnahme gegenüber den staatlich beeinflussten Organen stellte die deutschsprachige Wochenzeitschrift „Neue Ordnung“ dar. Es handelte sich dabei um eine vom kroatischen Volksdeutschen Herman Proebst herausgegebene bebilderte Zeitschrift. Laut Kästli führte Proebst eine „flinke, rassige Feder“[10], die sich im Lob allen Deutschtums nicht genug hervortun konnte. Augenfällig war, dass auch Schweizer Journalisten, die der nationalsozialistischen Gesinnung nahestanden, für diese Zeitschrift tätig waren, in ihren Artikeln aber die Schweiz nie angriffen oder verhöhnten. Vielmehr lagen die Gefahren laut Kästli darin, dass ihre Schreibweise dazu neigte, gewissen schweizerischen Strömungen eine nationalsozialistische Färbung zu geben und sie so für ihren propagandistischen Zweck zu frisieren.[11]

Eine erste grössere Verstimmung schweizerischerseits löste ein Artikel im Oktober 1942 in der politischen Zeitschrift Spremnost aus. Im Aufsatz „Zweischneidige Neutralität der Schweiz“[12] wurde behauptet, dass die schweizerischen Zeitungen ihre Artikel über Kroatien unter Einfluss der jugoslawischen Gesandtschaft in Bern schreiben würden. Ausserdem warf der Autor der schweizerischen Presse vor, der Propaganda der Alliierten zu folgen:

„[...]Die Zeitung, welche die öffentliche Meinung nach jenem formen, was schon längst vorbei ist, d.h. von Idealen erzählen, die der Propaganda der Alliierten dienen, sind sich selbst überlassen. Mit Rücksicht auf die Überschwemmung an feindlicher Propaganda könnte man schon von irrigen Geistern sprechen. Es ist nicht genug, nur aufzupassen, dass sich nicht etwas ereignet, vielmehr sind jene Ziele nötig, für welche die europäischen Kräfte in diesem Krieg kämpfen und zwar in gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Sinne zu verwirklichen. Der krampfhafte Versuch den Status quo zu halten, erscheint als Zeichen der Schwäche. Fremdartig ist für die Schweiz die zweischneidige Neutralität und deren Verhalten gegenüber dem Westen. Ohne Rücksicht darauf, wie dieser Krieg enden wird, kann man heute schon offen sagen, dass die neue Ordnung in Europa schon Wirklichkeit geworden ist. Die Schweiz ist ebenfalls verpflichtet, daran teilzunehmen. Um dies zu ermöglichen, ist es vor allem nötig, dass sie sich von ihrem gegenwärtigen Standpunkt abhält und mit den Angriffen gegen eine Seite der kriegführenden Staaten aufhört und endlich versucht, die Gründe des heutigen Kampfes zu verstehen. Leider sind bis heute von einem derartigen Versuch noch keine Anzeichen vorhanden. Es bleibt daher der Schweiz, welche sich so isoliert und auf falschem Wege befindet, nichts anderes übrig, als seinem Volk ständig davon zu sprechen, wie man aushalten muss, was schliesslich auch wieder nichts anderes heisst, als sich weiter an die zweischneidige Neutralität zu halten[...].“[13] 

Im Dezember desselben Jahres erschien wiederum in der Wochenzeitschrift Spremnost ein Artikel vom stellvertretenden Generaldirektor des Informationsamtes Ivo Bogdan mit dem Titel „Wie die Schweiz Kroatien sieht“. Dieser Aufsatz behandelte die feindliche Haltung der schweizerischen Presse gegenüber Kroatien. Aufgrund dieses Artikels beklagte sich Aussenminister Lorković bei Kästli über das negative Bild Kroatiens in den schweizerischen Medien und gab ihm Anlass erstmals von einem Pressekrieg zwischen der Schweiz und Kroatien zu sprechen. Kästli war jedoch der Ansicht, dass der Artikel die Haltung der schweizerischen Presse nicht wirklich kritisiere, weshalb er sich die scharfen Worte Lorkovićs nicht erklären konnte. Zwar beginne der Autor mit den Worten, dass in der Schweiz wenig über Kroatien geschrieben werde, aber das, was geschrieben werde, eher wenig günstig sei. Der Grundton des Aufsatzes sei aber gemäss Kästli neben etwas Verbitterung, vielmehr die Enttäuschung über das Bild, das die schweizerische Presse ihren Lesern über den Unabhängigen Staat Kroatien biete. Der Autor ziehe aber, einsichtsvoll genug, selber die richtigen Konsequenzen daraus. Er bemängle nämlich das Fehlen oder bisherige Versagen eigener Aufklärung gegenüber der schweizerischen Öffentlichkeit. Kästli wirft Bogdan jedoch vor, die Tatsache zu verschweigen, dass die schweizerische Kritik über Kroatien nicht dem Volke und seinem Lebensrecht, sondern seinem politischen Vorzeichen gelte.[14]

Um zur Verbesserung des schweizerisch-kroatischen Verhältnisses beizutragen, wies das kroatische Propagandaamt im März 1943 die Redaktionen aller kroatischen Zeitungen an, Artikel, in welchen die Schweiz kritisiert werde, zu vermeiden. Trotz dieser Anordnung veröffentlichte das Tagblatt Hrvatski Narod im Winter desselben Jahres einen für die Schweiz beleidigenden Leitartikel von Edo Bulat[15], dem bevollmächtigten Minister des Unabhängigen Staates Kroatien für die befreiten italienischen Gebiete. Im Aufsatz mit dem Titel „Neutrales Bürgertum und Bolschewismus“ hatte das Mitglied der kroatischen Regierung die schweizerische Demokratie als träg, egoistisch und dumm dargestellt. Er kritisierte die politische Einstellung des Volkes und bezeichnete den Bundesrat als einen Strohalm, an den sich die schweizerische Demokratie hilflos klammere.[16] Diese für die Schweiz sehr negative Beurteilung, die aus dem Inhalt hervorgehende Einmischung in die schweizerische Politik sowie die Tatsache, dass die Veröffentlichung durch ein aktives Mitglied der Regierung und in deren offiziellem Organ erfolgt war, hatte den schweizerischen Generalkonsul in Zagreb dazu bewogen, eine Note an das kroatische Aussenministerium einzureichen.[17]

Der erst kurze Zeit amtierende Aussenminister Stjepo Perić[18] versicherte Kästli beim folgenden Antrittsbesuch, dass der Aufsatz ohne sein Wissen und ohne seine Zustimmung veröffentlicht worden sei. Er verurteilte das Vorgehen seines Kollegen und entschuldigte sich anschliessend für den Fauxpas Bulats. Der Vorfall gab dem Aussenminister Anlass, nebst der schon im Frühjahr erlassenen Weisung in einem Rundschreiben seinen Kollegen im Kabinett nahezulegen, sich der Presse für Aufsätze aussenpolitischer Natur inskünftig nicht ohne seine Einwilligung zur Verfügung zu stellen.[19]

Ein Beweis für die kroatischerseits angestrebte Besserung der Pressebeziehung stellte der Artikel dar, der Anfang 1944 in der Wochenzeitschrift „Neue Ordnung“ erschien. Dieser Aufsatz „Blick auf die Schweiz“ stammte aus der Feder des Hauptschriftleiters Theodor Uzorinac, der für die Schweiz lange nichts übrig gehabt hatte. Die Kehrtwende, die auf Druck von oben in den kroatischen Redaktionen vorgenommen wurde, ist im folgenden Artikel besonders markant: 

„[...]Die staatliche Aussenpolitik der Schweiz ist von der Wahrung einer strikten Neutralität und Unabhängigkeit bestimmt, was auch von den europäischen Staaten von gelegentlich oft schwierigen Spannungen abgesehen mit Anerkennung vermerkt wurde. Stimmungen, Meinungen und Sympathien führten gewiss oft zu Polemiken, deren Hauptgegenstand die Presse war, jedoch blieb die staatliche Politik als solche davon unberührt. Kroatien, das mitten im Kampf um die Behauptung seiner Unabhängigkeit und im Aufbau seines jungen nationalen Staatswesens steht, sieht mit Anteilnahme auf die Bewährung dieser schweizerischen Überlieferung. Wenn es auch der schweizerischen Presse oft sehr schwer wird, aus dem Wust der aus dem Auslande einstürmenden Meldungen und Gerüchte, den Kern der Tatsache im Südosten in Klarheit zu sehen, so kann doch in letzter Zeit festgestellt werden, dass die schweizerische Öffentlichkeit öfters Ansätze zu einer richtigen Beurteilung des harten Kampfes des kroatischen Volkes um seine Selbständigkeit zeigte und eine gewisses Verständnis für Fragen Kroatiens und darüber hinaus der Völker des Südostraumes an den Tag legt. Dies kam etwa da und dort in einem Vortrage oder in Pressestimmen zum Ausdruck.

Diese Stimmen werden in Kroatien lebhaft registriert und sind für die Gefühle, die man der Schweiz entgegenbringt, sicher von Bedeutung. Dies ist um so wesentlicher, als die wirtschaftlichen Beziehungen seit jeher zwischen Kroatien und der Schweiz eine gewisse Rolle gespielt haben und auch jetzt unter kriegsbedingten Verhältnissen und Störungen ihre grundsätzliche Bedeutung für die Zukunft nicht eingebüsst haben.[...].Bei dem sich nach dem Kriege zweifellos wieder stärker anbahnenden wechselseitigen Verkehr aller europäischen Staaten untereinander, an dessen Vertiefung die Schweiz schon dank ihrer zentralen geographischen Lage mitzuwirken berufen ist, dürfte sicher der Austausch von Wirtschaftsgütern, der auch der Schweiz im Rahmen ihrer durchaus gewünschten Handelsbeziehungen mit dem Südosten interessant ist, und der kulturelle Austausch, der auch jetzt schon Anfänge zeigt, zwischen Kroatien und der Schweiz Impulse erfahren. Es wird die Aufgabe unserer Tage sein, von beiden Seiten aus die Grundlagen für diese zukünftige Entwicklung zu fordern. Dies ist vor allem auf dem psychologischen und kulturellen Sektor weitgehend möglich.“[20] 

In den Dokumenten Kästlis finden sich seit diesem Artikel weder Beschwerden noch etwaige Bemerkungen über die kroatische Presse, so das angenommen werden kann, dass dieser freundliche Ton gegenüber der Schweiz bis zum Ende des Krieges bestehen blieb. 

 

4.4.2 Die deutsche Presse in Kroatien

Anders als die kroatische Presse, die nach den Worten Kästlis nie ernsthafte Sorgen bereitet hatte, verhielt es sich mit der deutschen Presse im Unabhängigen Staat Kroatien und insbesondere mit der „Deutschen Zeitung in Kroatien“. Diese wurde wie die Neue Ordnung von Herman Proebst, zusammen mit dem bereits oben erwähnten Ustaschen Uzorinac geführt. Proebst der sowohl General Glaise von Horstenau als auch Veesenmeyer nahestand, sicherte sich schon in den ersten Wochen des Bestehens des Unabhängigen Staates Kroatien die Zusage, dass die Deutsche Zeitung in Kroatien als ein deutsches Presseorgan anzusehen sei und daher nicht der Kontrolle der kroatischen Pressesektion im Aussenministerium unterstehe. Diese Konzession, im Überschwang der Dankbarkeitsgefühle Deutschland gegenüber gegeben, war später nicht mehr rückgängig zu machen, da sich der deutsche Kulturattaché Mahlberg sowie die Gestapo jeder Änderung widersetzten. Aufgrund dieses Eingeständnisses hatte das kroatische Aussenministerium auf die Leitung und Arbeit dieser Zeitung keinen eigentlichen Einfluss und vermochte nur auf indirektem Wege seine Interessen wahrzunehmen.[21]

Die nationalsozialistische Ausrichtung der Zeitung und die eingeschränkte kroatische Kontrollmöglichkeit führten schliesslich dazu, dass die Deutsche Zeitung in Kroatien sich durch eine schweizfeindliche Propaganda hervortat. Über die oft recht gehässigen Artikel musste der schweizerische Generalkonsul hinwegsehen, weil das kroatische Aussenministerium ausserstande war, korrigierend einzugreifen. Zudem wäre es für den schweizerischen Vertreter in Zagreb nutzlos gewesen, Schritte zu unternehmen, solange Deutschlands Einfluss in Kroatien unbestritten war. Sie hätten, so Kästli, nur einen Prestigeverlust zur Folge gehabt. Seit 1943 hatte sich die Stimmung gegenüber Deutschland zum Negativen verändert, so dass sich die Deutsche Zeitung in Kroatien der Schweiz gegenüber von selbst Zurückhaltung auferlegte.[22] Abgesehen davon fand die Zeitung in der kroatischen Öffentlichkeit geringe, wenn nicht sogar keine Aufmerksamkeit. Sie war mehr ein Organ der Volksdeutschen, verlor aber auch dort mit der Zeit an Ansehen.[23]

 

4.4.3 Die Affäre IPA 

Eine aus schweizerischer Sicht besonders unrühmliche Rolle in der Medienwelt spielte der Schweizer Franz Burri[24] und die von ihm geführte Internationale Presse-Agentur (IPA). In diesem Organ wandte er sich an alle Schweizer in Grossdeutschland mit der Aufforderung, den Kampf der Kameraden in der Heimat durch ein offenes Bekenntnis zur neuen deutschen Weltanschauung zu unterstützen. Seit 1940 betrieb Burri seine Agentur in Budapest. Als der Bundesrat dagegen Vorstellung erhob, entschied die ungarische Regierung, die Herausgabe dieses Blattes nicht mehr zu dulden. Infolgedessen wurde der Boden in Budapest zu heiss und die IPA verlegte ihren Sitz im Frühsommer 1942 nach Zagreb.[25]

In Kroatien übertrug Burri in der Folge die Leitung seinem gleichgesinnten Landsmann Georg Achermann und zog sich darauf nach Deutschland zurück. In Zagreb führte die Agentur IPA, unter dem Schutz des Volksdeutschen Herman Proebst, ihre Tätigkeit im Interesse des Nationalsozialismus fort. Im Rahmen einer sachlich unbeschwerten Achsenpropaganda wurde die Fehde gegen die Schweiz losgelassen, da diese von der europäischen Neuordnung nach wie vor nichts wissen wollte. Der schweizerische Bundesrat, das Parlament, der General[26] und die Schweizerpresse wurden mit „ätzendem Hohn übergossen“.[27] Das Ustascha-Regime wurde dagegen gerühmt. Unter wissentlicher Duldung der kroatischen Regierung gelangten die IPA-Elaborate in die übrigen Achsenländer, wo sie einer der Schweiz feindlichen Propaganda als zitatfähiges Material dienten. Im August desselben Jahres erhielt der schweizerische Konsul in Zagreb sowohl vom Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement als auch vom Politischen Departement den Auftrag, dem Treiben der Agentur IPA eine Ende zu setzten.[28]

In einem ersten Anlauf versuchte Kästli über General Glaise von Horstenau sein Ziel zu erreichen. Es zeigte sich aber, dass der General weder gegen die deutsche Diplomatie, noch gegen die Partei und die Gestapo anzukommen vermochte. Es musste daher zugewartet werden, bis von kroatischer Seite ein Interesse bestand, die Agentur IPA in ihrem Land zu verbieten. Dabei gelang es Kästli, die kroatischen Vertreter in der Schweiz davon zu überzeugen, dass die Agentur IPA einen schlechten Einfluss auf die schweizerisch-kroatischen Beziehungen hätte. Daraufhin bemühte sich das kroatische Aussenministerium, das schweizerische Begehren bei den deutschen Stellen durchzusetzen. Als erstes Ergebnis in dieser Auseinandersetzung erreichte das kroatische Aussenministerium im Mai 1943, dass Burri und Achermann ihre Tätigkeit vorläufig für die Dauer eines Monats einzustellen hatten. Von kroatischer und schweizerischer Seite wurde erwartet, dass die Ausschaltung dieser Presseagentur für einen Monat gleichzeitig auch ihr Ende bedeuten würde. Achermann veröffentlichte aber sofort nach Ablauf der Verbotsfrist wieder seine Elaborate und sandte sie ins Ausland. Angriffe auf die Schweiz wurden jedoch keine mehr geführt. Nach erneuten kroatisch-deutschen Unterredungen kam man zu folgender Lösung: Der IPA sollte die Weiterarbeit erlaubt sein, jedoch mit der Auflage, die Schweiz aus dem Spiel zu lassen. Kroatischerseits beabsichtigte man weiter zu verhandeln, doch man liess es mit Rücksicht auf die deutschen Widerstände und im Hinblick auf die schweizerische Zufriedenheit mit dem erreichten Ergebnis beim errungenen Erfolg bewenden. Die Agentur IPA musste, infolge zunehmenden publizistischen Desinteresses, Ende 1943 ihre Tätigkeit in Kroatien aufgegeben.[29] 

 

4.4.4 Die schweizerische Presse 

Schweizer Zeitungen waren, wie in den übrigen Achsenstaaten, im Unabhängigen Staat Kroatien für die Öffentlichkeit nicht zugelassen. Der Bezug einer schweizerischen Zeitung war von einer Bewilligung der Propagandaabteilung des Ustascha-Regimes abhängig; eine solche wurde an Private nicht erteilt. Die oben genannte Abteilung sowie die Direktion für Kultur und Presse im Aussenministerium bezogen jedoch zur Evaluation eine Reihe von Schweizer Zeitungen in mehrfachen Exemplaren. Daraus wurden Auszüge gemacht, die, eingekleidet in andere Informationen, namentlich aus diplomatischen Quellen, in ein geheimes Informationsblatt aufgenommen wurden, welches unter den Mitgliedern der Regierung, den Spitzen des Regimes und den hohen Beamten zirkulierte. Das grosse Interesse an einzelnen Artikeln, gerade aus den beiden Zeitungen „Basler Nachrichten“ und „Journal de Genève“, veranlasste gewöhnlich eine Anzahl von Empfängern dieses Zirkulars, sich die Originalausgabe zu beschaffen, davon Abschriften und Übersetzungen zu erstellen, um sie befreundeten und gleichgesinnten Kreisen bekanntzumachen. So gelangten diese geheimen Rundschreiben in die Mačekpartei und in weitere Kreise. Im übrigen übernahmen in Kroatien offen aufliegende ausländische Zeitungen gelegentlich Kroatien berührende Aufsätze der Schweizer Presse, sodass diese dann in die breite Öffentlichkeit gelangten.[30]

Nachdem die kroatischen Behörden nach anfänglichem Desinteresse begonnen hatten, die schweizerische Presse stärker zu beachten, mehrten sich die Klagen über die kroatenfeindliche Schreibweise. Da die meisten Meldungen und Agenturberichte aus nichtkroatischen, oft aus ungarischen Quellen stammten, gaben sie häufig ein falsches Bild über die Vorgänge in Kroatien, namentlich wenn es sich um den Partisanenkrieg handelte. Übel aufgenommen wurde auch der Hang gewisser Zeitungen, das Freischärlertum zu verherrlichen. Nachdem zuerst Draža Mihajlović verklärt dargestellt wurde, wurde nachher Tito idealisiert. Solche Artikel liessen in einigen kroatischen Kreisen den Verdacht aufkommen, dass eine eigentliche Pressekampagne gegen Kroatien geführt werde. Eine im Auftrag des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement von der schweizerischen Abteilung Presse und Funkspruch im Sommer 1943 durchgeführte Untersuchung kam jedoch zum Schluss, dass keine Beobachtungen über eine besonders unfreundliche Behandlung des Staates Kroatien in der Schweizer Presse gemacht werden konnten.[31]

Kästli bat im kurz darauf folgenden Schreiben an das schweizerische Aussenministerium, dass von Seiten der Behörden erneut ein Versuch unternommen werden sollte, der schweizerischen Presse in der Berichterstattung über die Vorgänge in Kroatien vermehrte Zurückhaltung nahezulegen. Dies, obwohl das Schlimmste, was er für Kroatien fürchten konnte, ein Ausschweigen der Schweizer Zeitungen über den Unabhängigen Staat Kroatien war.[32]

Trotz den Mahnungen Kästlis druckten die schweizerischen Zeitungen auch weiterhin Falschmeldungen, die zu neuen Klagen an die Adresse des schweizerischen Generalkonsuls in Zagreb führten. In einem dieser Briefe drückte der Leiter der politischen Abteilung, Vilko Rieger, seine Enttäuschung über einen Artikel in der schweizerische Presse wie folgt aus: 

„Bedauerlicherweise musste wiederholt festgestellt werden, dass die Schweizer Presse bezüglich Kroatien in keiner Weise objektiv und unbefangen schreibt, sondern Aufsätzen Raum gibt, in welchen systematisch das kroatische Volk und der kroatische Staat angegriffen werden. Dabei werden Greuelnachrichten ersonnen und gebracht, welche den Zweck haben, das Ansehen des kroatischen Staates und seiner Träger zu schädigen.[...]Nachdem die kroatische Presse immer bestrebt ist, objektiv und freundschaftlich über die Schweiz zu berichten, ist es schwer zu verstehen, was für Beweggründe die Schweizer Presse veranlassen, derartig vorzugehen. Durch solche Berichterstattung wird nicht nur kroatischen Interessen, sondern auch dem Ansehen der Schweizer Presse selber Schaden zugefügt.

Es wäre wünschenswert, wenn die Schweizer Presse über die Verhältnisse im Unabhängigen Staate Kroatien in so einer Weise berichten, wie es auch von Seiten der kroatischen Presse über die Verhältnisse in der Schweiz geschieht.“[33] 

In einem Gespräch legte Kästli dem Leiter der politischen Abteilung dar, dass man die Berichterstattung durch die Presse der beiden Länder nicht auf gleichen Fuss stellen könne. Es sei etwas anderes, wenn die kroatische Presse Artikel über die Verhältnisse der vom Krieg verschonten Schweiz verfasse, als wenn die Schweizer Presse Berichte über den Unabhängigen Staat Kroatien schreibe, der von der „Kriegsfurie besonders stark erfasst worden sei“[34]. Im übrigen hätte er schon den Amtsvorgängern Riegers wiederholt gesagt, dass er im Hinblick auf die Verschiedenartigkeit der Presseverhältnisse in beiden Ländern immer wieder mit Unannehmlichkeiten würde zu rechnen haben. Es sei daher einfach unmöglich, in dieser heiklen Angelegenheit eine Lage zu schaffen, die beide Regierungen restlos befriedigen könne.[35]

Neue Beschwerden von Seiten der Kroaten wegen schweizerischen Falschmeldungen über die Verhaftung Pavelićs und die Einnahme Zagrebs durch Partisanenverbände bewogen Kästli im Januar 1945 einen Brief an den Direktor der kroatischen politischen Abteilung zu schreiben. In diesem legte der Generalkonsul die Schwierigkeiten der schweizerischen Quellenbeschaffung dar, die zu den häufigen Falschmeldungen führten. Er wies darauf hin, dass die schweizerische Öffentlichkeit in ihrem Urteil über Kroatien und dem übrigen ehemaligen Teil des jugoslawischen Königreiches auf das Radio und auf die schweizerische Presse angewiesen sei. Diese selbst verfüge aber in den genannten Gebieten über keine eigenen Informationsquellen. Sie stütze sich daher auf Meldungen ausländischer Nachrichtenagenturen und von Emigranten. Aus Kroatien kommende Touristen seien sehr selten geworden. Alliierte Presse- und Radionachrichten würden denen der Achsenländer oder Russlands vorgezogen. Dadurch sei die Einseitigkeit der schweizerischen Berichterstattung zur kroatisch-jugoslawischen Frage verständlich. Jede Einseitigkeit berge aber die Gefahr der Unzuverlässigkeit in sich. So käme es dazu, dass die Presse der neutralen Schweiz, mehr als es der Wahrheit förderlich sei, sich alliierter Agenturmeldungen bediene, welche kriegspropagandistische Tendenzen aufweisen würden. Für jeden besonnenen Redaktor sollten Meldungen, ohne vorausgehende wichtige Veränderung im Kriegsbild um Zagreb herum, leicht als Falschmeldung oder wenigstens als zweifelhaft erkennbar sein. Sie trotzdem in der schweizerischen Presse zu verbreiten, hiesse der Heimat und vor allem den Interessen im betroffenen Land mutwillig oder fahrlässig Schaden zuzufügen. In diesem Sinne versuchte der schweizerische Generalkonsul Rieger zu beschwichtigen.[36]

Kurz vor dem Ende seiner Tätigkeit in Kroatien hielt Kästli in einem letzten Brief an den Chef der Abteilung für Auswärtiges fest, dass er wiederholt angeregt habe, die Schweizerpresse zu einer zurückhaltenderen und ernsthafteren Berichterstattung über die Geschehnisse in Kroatien zu bewegen, jedoch ohne grossen Erfolg. Er hob hervor, dass die Redaktoren bloss der Prüfung der ihnen zur Verbreitung vorgelegten Nachrichten mehr Aufmerksamkeit zu schenken bräuchten. Zudem wies er darauf hin, dass Entgleisungen der Schweizer Presse bei der kroatischen Regierung nicht mit immer neuen Unachtsamkeiten zu entschuldigen wären. Die unnötig unfreundliche Schreibweise gegenüber dem Poglavnik und die teilweise zu weitgehende Bereitschaft zur Wiedergabe von schlechten und zudem häufig falschen Nachrichten über Kroatien wären in der letzten Zeit zu einer allzuhäufigen Erscheinung geworden. Kästli schloss mit dem Satz, dass wenn den zuständigen eidgenössischen Behörden daran gelegen sei, dem schweizerischen Generalkonsul in Zagreb keine Extraknebel zwischen die Füsse werfen zu lassen, es an der Zeit sei, unwahren Meldungen über Regimewechsel, Eroberungen der kroatischen Landeshauptstadt und über blutige Gefechte in ihren Strassen wirksam entgegenzutreten.[37] 

Wie bereits geschildert, verschärfte sich kurze Zeit später die Lage für Kästli in Kroatien. Nachdem die schweizerisch-kroatischen Verhandlungen bezüglich der in Bern lagernden kroatischen Goldreserven gescheitert waren, entschloss sich Kästli im März 1945, aus Furcht vor den angedrohten Konsequenzen seitens der Ustascha-Regierung, Kroatien heimlich zu verlassen. In einem Schreiben an das Eidgenössische Politische Departement vom September 1945 äusserte sich Kästli nachträglich folgendermassen zu seiner Zeit in Kroatien: 

„[...]Die Vertreter der Achsenregierung brachten dem Unabhängigen Staat Kroatien Tod und Elend. Von allen auswärtigen Vertretern sind es sicher der schweizerische Generalkonsul und der IKRK Delegierte, die diesem Land lauter Gutes gebracht haben. Uns beiden verdankt das kroatische Volk die Rettung von Zehntausenden von Kindern und die Milderung vieler Einzelschicksale. Dennoch mussten ausgerechnet wir wie Diebe in der Nacht das Land verlassen. Wir zwei sind heute noch da. Der Unabhängige Staat Kroatien aber, die Kreatur wahnwitziger Diktatoren und das Werkzeug einer hochgezüchteten Verbrecherbande, liegt zerschmettert am Boden. Der grösste Leidtragende jedoch ist, wie immer in seiner Geschichte, das kroatische Volk.[...]Wie soll es möglich sein, einem daraus geborenen Regime gegenüber das Vertrauen zu erhalten? Aus Pflicht, nicht aus Neigung, habe ich es vier Jahre lang redlich versucht. Es liegt nicht an mir, wenn ich das Vertrauen der kroatischen Regierung schliesslich brechen musste, um mir dasjenige meiner eigenen zu erhalten. Im übrigen weiss und fühle ich, dass mir das kroatische Volk seine Achtung und Zuneigung bewahrt hat.“[38]



[1]E 2400 (-) Zagreb, Bd. 4, Geschäftsbericht 1942/43 von Kästli.

[2]Ebd.

[3]E 2001 (E), 2, Bd. 603, Sitzung des schweizerischen Bundesrates vom 27.6.1944.

[4]E 2001 (E), 2, Bd. 603 und E 1004.1, -/1, Dez. 1944, Sitzung des schweizerischen Bundesrates vom 8.12.1944.

[5]Ebd.

[6]E 2001 (E), 2, Bd. 603 und E 1004.1, -/1, Dez. 1944, Sitzung des schweizerischen Bundesrates vom 8.12.1944.

[7]Ebd. Vgl. dazu Schweizerisches Bundesblatt, 1945, Bd. 1, S. 290.

[8]E 2400 (-) Zagreb, Bd. 4, Geschäftsbericht 1942/43 von Kästli. Vgl. dazu E 2001 (D) 3, Bd. 330, Bericht Kästlis vom 18.2.1942.

[9]E 2400 (-) Zagreb, Bd. 4, Geschäftsbericht 1942/43 von Kästli.

[10]Ebd.

[11]Ebd.

[12]Spremnost vom 4.10.1942. 

[13]Spremnost vom 4.10.1942. Vgl. dazu E 2001 (D) 3, Bd. 330, Bericht Kästlis vom 21.10.1942.

[14]Spremnost vom 6.12.1942. Vgl. dazu E 2001 (D) 3, Bd. 330, Bericht Kästlis vom 8.1.1943.

[15]Professor Krišković hatte Kästli Edo Bulat, der einer seiner Schüler war, als einen Mann mit wenig Intelligenz beschrieben, der allgemein für einen Megalomanen gehalten werde. Seine Unfähigkeit und seine wechselnde politische Haltung (er hatte sich allen Parteien zur Verfügung gestellt) seien zudem notorisch. Ausserdem kenne Bulat die Schweiz gar nicht aus eigener Anschauung. Daher wurde vermutet, dass er für diesen Artikel nur seinen Namen hergegeben hatte, um sich in der Presse wieder einmal hervorzutun. Siehe E 2001 (D) 3, Bd. 336, Bericht Kästlis vom 29.11.1943.

[16]Hrvatski Narod vom 23.11.1943. Vgl. dazu E 2001 (D) 3, Bd. 336, Bericht Kästlis vom 29.11.1943.

[17]E 2001 (D) 3, Bd. 336, Bericht Kästlis vom 29.11.1943.

[18]Kästli beschreibt den Aussenminister Perić, der von seinem Amt bereits im April 1944 wieder zurücktreten musste, als eine kraftvolle Erscheinung  und von gesetzter Art. Er habe ein ernsthaftes Wesen und suche ohne Umschweifungen sofort das sachliche Gesprächsthema.

[19]E 2400 (-) Zagreb, Bd. 4, Geschäftsbericht 1942/43 von Kästli. 

[20]Neue Ordnung, Nr. 131 vom 6.2.1944. Der Artikel weist noch auf die schweizerischen Hilfsaktionen des „Schweizer Roten Kreuzes“ hin, die in der kroatischen Bevölkerung sehr geschätzt wurden. Die Hilfsaktionen stiessen jedoch anfänglich auf innerkroatische Widerstände, sodass das internationale Rote Kreuz erst 1943 in Kroatien tätig werden konnte. In weiteren Aktionen gelang es der Organisation in der kroatischen Landeshauptstadt im Winter 1943/44 während ca. 120 Tagen rund zwölftausend Kinder zusätzlich zu ernähren. Diese Aktionen fanden in der kroatischen Öffentlichkeit und in der Presse grosse Aufmerksamkeit. Siehe E 2400 (-) Zagreb, Bd. 4, Geschäftsbericht 1942/43 von Kästli. 

[21]E 2400 (-) Zagreb, Bd. 4, Geschäftsbericht 1942/43 von Kästli. Vgl. dazu E 2001 (D) 3, Bd. 330, Bericht Kästlis vom 9.11.1943.

[22]Diese Zurückhaltung wurde durch die schon oben erwähnte Weisung im Frühjahr 1943 betreffend der Vermeidung von negativen Artikeln über die Schweiz erzwungen, da sie ausdrücklich auch die Deutsche Zeitung in Kroatien miteinschloss. Siehe E 2001 (D) 3, Bd. 330, Bericht Kästlis vom 9.4.1943.

[23]E 2400 (-) Zagreb, Bd. 4, Geschäftsbericht 1942/43 von Kästli. 

[24]Burri, der Führer des „Bundes der Schweizer in Grossdeutschland“, wurde schon 1938 von der schweizerischen Landesregierung als „bezahlter deutscher Spion“ bezeichnet. Am 4. August 1943 wurde er durch Bundesratsbeschluss ausgebürgert. Siehe Bonjour. S. 465f.

[25]Bonjour. S. 466. Vgl. dazu E 2400 (-) Zagreb, Bd. 4, Geschäftsbericht 1942/43 von Kästli.

[26]Die IPA hatte es in ihrer Hetzschrift besonders auf General Guisan abgesehen, den sie „einen Verbrecher und Landesverräter“ nannte. Siehe Bonjour. S. 466.

[27]E 2400 (-) Zagreb, Bd. 4, Geschäftsbericht 1942/43 von Kästli.

[28]Ebd. 

[29]E 2400 (-) Zagreb, Bd. 4, Geschäftsbericht 1942/43 von Kästli. Vgl. dazu E 2001 (D) 3, Bd. 330, Schreiben Kästlis vom 9.11.1943.

[30]E 2001 (D) 3, Bd. 330, Bericht Kästlis vom 16.7.1943.

[31]E 2400 (-) Zagreb, Bd. 4, Geschäftsbericht 1942/43 von Kästli. Vgl. dazu E 2001 (D) 3, Bd. 330, Schreiben der Abteilung für Auswärtiges vom 22.10.1942 und E 2001 (D) 3, Bd. 330, Schreiben vom Eidg. Justiz und Polizeidepartement vom 10.6.1943.

[32]E 2001 (D) 3, Bd. 330, Bericht Kästlis vom 16.8.1943. Vgl. dazu E 2001 (D) 3, Bd. 330, Bericht Kästlis vom 23.9.1943.

[33]E 2001 (D) 3, Bd. 336, Schreiben des Leiters der kroatischen politischen Abteilung vom 28.7.1944. Rieger bezieht sich in seinem Brief an Kästli auf den Artikel „Das Märtyrertum des serbischen Volkes“, welcher in der Zeitung „Fribourgeois“ am 22.6.1944 abgedruckt wurde.

[34]E 2001 (D) 3, Bd. 336, Bericht Kästlis vom 31.7.1944.

[35]Ebd.

[36]E 2001 (D) 3, Bd. 336, Schreiben Kästlis vom 8.1.1945.

[37]Ebd.

[38]E 2300 Zagreb, Bd. 532, Bericht Kästlis vom 7.9.1945.

 

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